Bündnis “Bunt statt Braun” neu gegründet

ka-_DSC0023
Bad Hersfeld. Immer mehr Flüchlinge retten sich nach Deutschland, wodurch sich die Zahl der Asylbewerber auch im Kreis Hersfeld-Rotenburg stets erhöht. Um die Flüchtlinge zu unterstützen und Asylbewerbern gegenüber feindlich gesinnten Gruppierungen entgegenzuwirken wurde am Dienstagabend das neue Bündnis  „Bunt statt Braun Hersfeld-Rotenburg“ gegründet.
Am „Runden Tisch für Demokratie, gegen Rechtsextremismus“ wurde die Idee unter anderem von Timo Schadt, Klaus Schüller und Hans-Jörg Hirschfelder ins Leben gerufen. Die Problematik Asyl in dieser Region soll künftig sachlich diskutiert und die Bürger sollen aufgeklärt werden. Ziel ist es, eine Willkommenskultur für Flüchtlinge zu schaffen und rechtem Gedankengut entgegenzuwirken.

Der große Saal im Buchcafe war zur Neugründung voll besetzt. Einige Vertreter ähnlicher Organisationen, die sich ebenfalls mit dem Thema  Asylbewerber beschäftigen, waren anwesend, um ein paar Worte beizutragen.
Aus dem Werra-Meißner- Kreis war Michael Krämer vom Bündnis „Bunt statt Braun“ anwesend. Er machte  darauf aufmerksam, dass man sich mit den Erinnerungen auseinandersetzen muss und auch damit, wie damals die „Nazis“ überhaupt entstehen konnten. Von „Fulda stellt sich quer“ war Andreas Goerke zu Gast. Er betonte, dass man in erster Linie überparteilich etwas bewegen könne und man deshalb stets zusammenarbeiten solle.
Dann ergriff Klaus Schüller vom DGB Kreisverband Hersfeld-Rotenburg das Wort. Es sei wichtig, Zivilcourage zu zeigen, betonte Schüller.

Journalist und Verleger Timo Schadt las aus einem  Text vor:  Gesellschaften würden eher vom Zuzug anderer Menschen profitieren, deshalb solle man es als Chance sehen. Es sei für Flüchtlinge nicht einfach, tausende von Kilometern weit weg zu reisen, zumal sie Heimat und Familien vermissen würden. Alle Menschen sollten der multikulturellen Entwicklung offen begegnen und das aufeinander Zugehen solle gefördert werden.
Auch Carsten Burkhardt aus Dortmund, Regionalleiter der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt, ist in seine Heimatstadt gekommen, um als Gastredner dem neuen Bündnis beizupflichten. Er berichtete, man müsse gegen das Vergessen arbeiten und die Verbrechen von damals beim Namen nennen, denn es wird nicht mehr lange Zeitzeugen von damals geben. „Man muss die Vergangenheit kennen und die Gegenwart verstehen, um die Zukunft zu gestalten“, erklärte Burkhardt und mahnte: „Die toten Juden sind ein grausames Erbe, das die Nazis uns hinterlassen haben.“
Mit dem Bündnis „Bunt statt Braun“ solle eine „Kultur des Hinsehens und Handelns“ geschaffen werden. „Faschismus ist keine Meinung, Faschismus ist ein Verbrechen“, so Burkhardt abschließend.

Einmal im Monat werden sich die Aktiven des Bündnis im Buchcafé treffen. Alle Interessierten sind herzlich willkommen. Weitere Informationen gibt es unter
info@buntstattbraun-hef-rof.de

FacebookTwitterGoogle+Empfehlen